GeschichtlichesKleine Geschichte zweier Hunsrückdörfer: Älteste Zeugen der Geschichte unserer beiden Ortsteile, | ![]() |
![]() Mittel Follis Konstantin d.Gr. Geprägt: 309 - 337 n. Chr. als Augustus in Trier Fundort: Buch, Burgberg Balduinseck | | Der Hunsrück und damit auch Buch, gehörten seit der Zeit, in der Urkunden nachweis- bar sind, dem fränkischen Königreich, dann dem lothringischen Reich und schließlich dem deutschen Kaiserreich an. Wie das gesamte Reich, so war auch unsere Heimat in Gaue unterteilt. Der oberste Herr eines solchen Gebietes war der Gaugraf. Dabei bildete der Hunsrück keinen eigenen Gau, vielmehr war er aufgeteilt und gehörte zum Mosel-, Nahe-, Trechir- und Mayengau. Buch war dem Moselgau eingegliedert, der sich auf beiden Seiten der Mosel bis unterhalb Cochem erstreckte. Mit der Zeit geriet die Gauverfassung in Verfall und die bisherigen Gaue verschwanden. Statt der Gaugrafen traten seit der Mitte des 11. Jahrhunderts Grafen und Herren in Urkunden auf, die sich nicht mehr nach Gauen, sondern nach Burgen nannten, die sich von Gaugrafen zu Gerichts- und Landes- grafen empor schwangen und hierzu ihre bisherigen gaugräflichen Grundeigentums- oder andere, aus dem freien Güterbesitz hergeleiteten Rechte benutzt hatten. So finden wir zum Beispiel im Hunsrück die Grafen von Sponheim, die Wild- und Raugrafen und die Dynastien von Braunshorn. Diese Grafen hatten teils Lehen von Kaiser und Reich, teils von Erzbischöfen. Mindermächtige Herren und Ritter wurden von Grafen oder Kirchenfürsten belehnt. Sie waren ihnen damit zu Hof- und Kriegsdiensten verpflichtet. Auch sie fingen im 13. und 14. Jahrhundert an, sich wie die Grafen Beinamen nach ihrem Wohnsitz oder Burglehen zuzulegen. Es gab fast keine Stadt, kein Dorf, wo nicht der eine oder andere Ritter heimisch gewesen und von diesem seinem Wohnsitze den Beinamen geführt hätte. Und unser Ritter hieß Ritter Hermann von Buch, der 1052 in einer Urkunde verzeichnet ist. Ein anderer Ritter, Werner von Buch, ist als Zeuge in einer Urkunde vom Jahre 1226 angeführt, die einen Streit zwischen Graf Johann von Sponheim und dem Kollegiatsstift von Karden schlichtet. Ferner erscheinen die Gebrüder Richart und Wirich als Ritter von Buch in einer Unkunde des Jahres 1325, in der sie dem Erzbischof Balduin von Trier die Anlegung eines Burgfriedes und einer Feste bei Buch gestatten. Dass Erzbischof Balduin wirklich diese Feste baute, bezeugen noch heute die Überreste der Burg Balduinseck und deren Umgebung |
| Es verdient auch noch hervorgehoben zu werden, dass wohl kaum eine zweite so kleine Gemeinde wie Buch ein eigenes Wappen besitzt. Die Entstehung dieses Siegels ist wohl aufgrund einer Aufzeichnung in der Ortschronik mit oben genannter Urkunde zu verbinden. 1332 bestätigt Kaiser Ludwig der Bayer dem Erzbischof Balduin alle Besitzungen seines Erz- stiftes, unter ihnen auch Balduinseck. Dies wiederum bedeutet, dass diese Burg zwischen 1325 und 1332 errichtet wurde. Höchstwahrscheinlich ist Balduinseck als Schutzmauer gegen die Grafen von Sponheim, die Wild- und Rheingrafen und den mächtigen Pfälzer er- baut worden. | ![]() |
Die Ritter Richart und Wirich von Buch scheinen ebenfalls ihren in Aussicht genommenen Bau einer Feste ausgeführt zu haben. Obgleich keine sicheren Nachrichten darüber bestehen, so vermutet man doch, dass dieser Bau in Richtung
Uhler hin im Distrikt „Fort Schlaubrich“ gestanden hat; denn dort stieß man auf die Fundamente eines großen Gebäudes. Dasselbe hat der Überlieferung zufolge den Namen „Schlauburg“ geführt und scheint nach den dort aufgefundenen großen geschmolzenen Bleiklumpen zu urteilen, durch Brand zerstört worden zu sein.
Ein Blick in die harte, vergangene Zeit
Die Menschen waren kleine Bauern, Leibeigene und wurden wie Güter verschenkt, verkauft, vertauscht. Mehrere Herren herrschten über das Dorf. Das Heinraten musste genehmigt werden. Die Kinder wurden Eigentum des jeweiligen Grund- herrn. Krieg ging über’s Land und das Dorf verbrannte zweimal. Die Leute waren arm und damit das Dorf auch. Beim Wiederaufbau erweitert sich das Dorf mehr und mehr nach oben, d. h. wo sich heute das Unterdorf befindet, war früher das Oberdorf. Ein drittes Mal brannte Buch vollkommen nieder, als ein Fuhrmann den Feuerbrand, womit er sich eine Pfeife anzündete, unter das Strohdach eines Hauses steckte. Als der Brandstifter mit seiner Fuhre zurückkehrte, wurde er er- griffen und ins Feuer geworfen.
Die Not verschlimmerte sich noch, als 1794 französische Heere das Land überfluteten. Besonders schrecklich waren die Verwüstungen der ersten Truppen, bei denen es sich vorwiegend um freigelassene und in die Armee gesteckte Galeeren- sträflinge und anderes Raubgesindel handelte. Bis 1814 unterstand unsere Heimat französischer Herrschaft. Als zu Beginn dieses Jahres die französischen Armeen über den Rhein zurückgedrängt wurden, fiel unser Gebiet mit der Rheinprovinz an Preußen.
Dass die Not auch jetzt noch kein Ende gefunden hatte, beweist die große Zahl der Auswanderer aus dem Hunsrück und auch aus Buch, vor allem nach Südamerika. Erst in der neuesten Zeit ist es der Bevölkerung gelungen, durch harte und mühsame Arbeit einen gewissen Wohlstand zu erlangen.
| Et Schloss – die Balduinseck Unmittelbar an der Straße, die von Buch nach Mastershausen führt, stößt man auf die Burg- ruine Balduinseck. Am 26. Juli 1325 bekamen die schon erwähnten Ritter Richard und Wirich von Buch das Recht, eine Burg in Buch zu errichten. Ob die Burg tatsächlich gebaut wurde, kann heute niemand mehr mit Sicherheit sagen. Im Gegenzug gestatteten die beiden Ritter Balduin, die Landesburg Balduin zu erbauen, deren stattliche Überreste man heute noch an oben genannter Stelle finden kann. Unsere vergangenheitsbewusste Gemeinde hat zur Erinnerung an diesen Vorgang an der Fassade des Gemeindehauses ein Mosaik anbringen lassen, das den Ritter von Buch und Erz- bischof Balduin bei der Übergabe der Urkunde zeigt. | ![]() |
![]() | | Die Burgruine wurde erbaut zwischen 1325 und 1330. Sie stellt für die damalige Zeit ein massives und wuchtiges Bauwerk dar. Der viereckige und viergeschossige Bau hat die stolzen Maße von 22,70 m x 14,50 m. Eine für diese Zeit luxuriöse Wendeltreppe führt in der nordöstliche Ecke des Gebäudes durch alle vier Stock- werke, welche alle mit großen Kaminanlagen ausgerüstet waren. Im Erdgeschoss ist ein Brunnen mit einem Schachtdurchmesser von 1,50 m eingebaut gewesen, was beweist, dass man auf längere Verteidigung eingerichtet war. Im Jahre 1675 wurde Balduinseck verpachtet und bereits 1711 als verwahrlost gemeldet. Seit 1780 ist die Ruine zerfallen.Nun soll die ehemalige Landesburg ge- sichert werden. 2007 begann die Vorbereitung. 1,5 Mio € rechnet man an Auf- wand. Land und Gemeinde legen sich ins Zeug um sie zu erhalten. |
| Die ganze Geschichte: | ||
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Spendenkonto Balduinseck
Verbandsgemeinde Kastellaun
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